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Vortrag zum Übergang
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Dies ist ein Fest des Übergangs. Hier ist etwas zu Ende, das Licht wird ausgemacht und keine weiß, wo sie es wieder anmachen wird. Ich möge doch, so der Wunsch an mich, auch Worte der Ermutigung finden. Ich nenne dieses Fest nun ein Übergangsritual, weil der Übergang bewusst und mit magischen Elementen gestaltet wird.

Übergangsrituale haben es an sich, dass die Vergangenheit in ihrer Essenz betrachtet werden kann, um darin Zeichen zu entdecken, die die Gegenwart erklären und vielleicht die Zukunft andeuten. Wir wünschen uns wenigstens die Andeutung von Wegweisern, auch wenn wir sie erst später lesen können.

 

Ich berate seit 20 Jahren nicht nur Gründerinnen und Frauenunternehmungen – ich gestalte auch spirituelle Rituale und weiß, die Essenz liegt immer im Symbolischen, in möglichst klaren, eindeutigen Symbolen, mit denen wir uns mit unseren Herzen verbinden.

Wir – damit meine ich jetzt Frauen, die Frauenbewegung und damit das ausgehende 20. Jahrhundert mit gestaltet haben, brachten gleich zu Beginn ein altes Symbol neu in die Welt:  Das Venuszeichen (Frauenzeichen) und glücklicherweise wurde es auch verbunden mit einer Farbe – von Lila bis Magenta.

Wir – bis auf wenige – wussten gar nicht, wie wichtig das war, wir planten es nicht, es geschah! Und schon waren die Feministinnen präsent, und staunten selbst darüber. "Politik",  so sagte vor ein paar Jahren ein junger deutscher konservativer sehr erfolgreicher Politiker, "besteht zu 80 % aus Symbolik – und die beherrsche ich." Wahrscheinlich wollte er damit auch sagen, dass die 20 % Sachkenntnis usw. auch vernachlässigt werden können.

Er hat Recht. Eine politische Bewegung muss symbolisch wirken – und die Frauen taten es. Tun wir es noch? Wir sollten es – ich will das im folgenden begründen.

 

Sehr bald wussten wir damals in den 70er Jahren, dass Frauen Räume brauchen, in denen sie für sich miteinander sein können, in denen sie u.U. auch geschützt sind – es entstanden Zentren, Beratungsstellen, Frauenschutzhäuser, Bildungshäuser und manch anderes.

Wir erfanden ganz selbstverständlich und mit leichter Hand ein neues Symbol das Frauenzeichen mit einem Haus drumherum – wichtig war hier vor allem das Dach!!

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Vortrag von Dr. Marie Sichtermann


Dieses Symbol war und ist sehr wirksam, unzählige Frauenunternehmungen auf der ganzen Welt haben sich seiner in endlos vielen künstlerischen Abwandlungen bedient.

Hier komme ich gleich auf etwas wichtiges, was zum Thema Symbolik dazugehört: Die Zeichen sind alle schon da, die Gegenstände sind vorhanden. Es geht darum, sie in neuer Weise zueinander zu bringen oder sie an ungewohnte Orte zu tragen: Den Kochtopf auf die Straße beispielsweise. Frau und Haus waren auch schon da und gehörten auch im Patriarchat zusammen. Nun steckten Frauen durch das Frauenzeichen einen eigenen Raum ab, der für andere nicht zugänglich ist. Ein Raum exklusiv für Frauen, weil Frauen das bestimmen.

Die Frauenbewegung veränderte die symbolische Bedeutung des Hauses: Das ganze Haus war für Frauen da, nicht nur für eine, die darin ihre Familie umsorgt und auf die wartet, die hinaus gehen ins Leben und zurückkehren für die Rekreation. Frauen hatten nun gemeinsam Häuser und zudem immer mehr ein Zimmer für sich allein)
Die Frauenbewegung ist eine Befreiungsbewegung – und so war von Beginn an Freiheit, Selbstbestimmung, Autonomie die Essenz, das Thema, das Ziel, der Antrieb allen Handelns, Selbstbestimmung in allen Bereichen des Lebens.
 

[2. Fortsetzung Vortrag]

 

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Vortrag von Dr. Marie Sichtermann
Vortrag von Dr. Marie Sichtermann

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